{"id":9073,"date":"2023-02-13T18:02:54","date_gmt":"2023-02-13T17:02:54","guid":{"rendered":"https:\/\/st-andrae.info\/?page_id=9073"},"modified":"2023-02-13T18:13:35","modified_gmt":"2023-02-13T17:13:35","slug":"die-stadt-als-galerie-vernissage-4","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/st-andrae.info\/en\/galerie-ii-archiv\/die-stadt-als-galerie-vernissage-4\/","title":{"rendered":"Die Stadt als Galerie &#8211; Vernissage 4"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head4.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"93\" src=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9108\" srcset=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head4.jpg 480w, https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head4-300x58.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wanderausstellung<br>\u201eZwangsweise Aussiedlung slowenischer Familien aus K\u00e4rnten 1942\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im April 1942 wurden \u00fcber 200 K\u00e4rntner Familien bzw. 1.075 M\u00e4nner, Frauen, Kinder und Jugendliche slowenischer Muttersprache von ihrem Wohnort gewaltsam vertrieben und vorerst in einem Sammellager in Klagenfurt interniert. Nach Interventionen von Angeh\u00f6rigen, Parteimitgliedern, Angeh\u00f6rigen der Kirche und der Wehrmacht wurden 158 Personen entlassen. F\u00fcr alle anderen begann eine Odyssee durch zahlreiche Lager im sogenannten Altreich. Als \u00bbVolks- und Staatsfeinde\u00ab wurden die Besitzenden entsch\u00e4digungslos enteignet, alle arbeitsf\u00e4higen M\u00e4nner, Frauen und Jugendliche zu Arbeitsleistungen verpflichtet. Kindern wurde eine qualifizierte Schul- und Ausbildung verweigert. Das Lager durfte nur nach spezieller Genehmigung verlassen werden, die Post wurde zensuriert, Slowenisch als Kommunikationssprache verboten. Wehrf\u00e4hige M\u00e4nner wurden in die Wehrmacht gepresst, M\u00e4nner und Frauen wurden aus den Lagern verhaftet und zum Teil in Konzentrationslager eingewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der zwangsweisen Aussiedlung verloren \u00fcber 50 Personen ihr Leben. Sie fielen als Soldaten, kamen bei Arbeitsunf\u00e4llen ums Leben, verstarben in der Haft oder im KZ oder aber auf Grund mangelhafter medizinischer Versorgung und Hunger. Einige von ihnen hatten zwar die Befreiung im Fr\u00fchjahr 1945 erlebt, jedoch nicht mehr die Heimkehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Vereinzelt gelang es Personen bereits im Fr\u00fchsommer 1945 in die Heimat zur\u00fcckzukehren. Die \u00fcberwiegende Mehrheit kehrte erst in der zweiten Julih\u00e4lfte unter gro\u00dfen b\u00fcrokratischen Schwierigkeiten nach K\u00e4rnten zur\u00fcck. Zuhause angekommen mussten sie um die R\u00fcckgabe ihrer Besitzungen k\u00e4mpfen, die Sch\u00e4den ausbessern und ihre Wohnst\u00e4tten wieder bewohnbar machen. Der Gr\u00fcndung eines Interessenvereins wurden von den Beh\u00f6rden ebenso Steine in den Weg gelegt wie der der ersten Gedenkveranstaltung im April 1946.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzig Major Alois Maier-Kaibitsch wurde in einem Volksgerichtsprozess nach dem Krieg als Verantwortlicher f\u00fcr die zwangsweise Aussiedlung zur Verantwortung gezogen. Die Ereignisse selbst gerieten bald in Vergessenheit. Allein die Betroffenen selbst bzw. die Angeh\u00f6rigen der slowenischen Minderheit in K\u00e4rnten trugen f\u00fcr lange Zeit die Erinnerung. Erst 70 Jahre nach den Ereignissen bat der Bischof von K\u00e4rnten um Verzeihung. 2012 konnte in Klagenfurt, in der N\u00e4he des ehemaligen Sammellagers, ein Denkmal errichtet und im K\u00e4rntner Landesarchiv eine Ausstellung zum Thema gezeigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/116905732083908928767\/Vernissage4?authuser=0&amp;feat=directlink\"><\/a><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.com\/116905732083908928767\/Vernissage4?authuser=0&amp;feat=directlink\">Zu den Bildern<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wanderausstellung\u201eZwangsweise Aussiedlung slowenischer Familien aus K\u00e4rnten 1942\u201c Im April 1942 wurden \u00fcber 200 K\u00e4rntner Familien bzw. 1.075 M\u00e4nner, Frauen, Kinder und Jugendliche slowenischer Muttersprache von ihrem Wohnort gewaltsam vertrieben und vorerst in einem Sammellager in Klagenfurt interniert. 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