{"id":9071,"date":"2023-02-13T18:02:41","date_gmt":"2023-02-13T17:02:41","guid":{"rendered":"https:\/\/st-andrae.info\/?page_id=9071"},"modified":"2023-02-13T18:13:07","modified_gmt":"2023-02-13T17:13:07","slug":"die-stadt-als-galerie-vernissage-5","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/st-andrae.info\/it\/galerie-ii-archiv\/die-stadt-als-galerie-vernissage-5\/","title":{"rendered":"Die Stadt als Galerie &#8211; Vernissage 5"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head5.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"95\" src=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9106\" srcset=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head5.jpg 480w, https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/head5-300x59.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Positionen zeitgen\u00f6ssischer Fotografie:<br>Diese umfangreiche Ausstellung bietet einen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Fotokunst in ihren verschiedensten Auspr\u00e4gungen, im K\u00e4rntner Raum und dar\u00fcber hinaus. In der breit gef\u00e4cherten Vielfalt von 14 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern, aus mehreren Generationen, lassen sich einige Gemeinsamkeiten und Schwerpunkte erkennen, wie zum Beispiel die sehr unterschiedlich angewendete Technik der Foto-Collage, oder die Auseinandersetzung mit den Eigenschaften der Fotografie als &#8220;Wirklichkeit&#8221;. Collage ist an sich seit jeher ein subversives Verfahren, in dem urspr\u00fcnglich einander fremde, aus ihrem Kontext gerissene Einzelteile zu einem unvermuteten Ganzen mit neuen Bedeutungen zusammengef\u00fcgt werden. Fotografie eignet sich besser als viele andere Kunstformen zur nahtlosen Verschmelzung von Bestandteilen verschiedener Herkunft, die als neues Ganzes viele \u00dcberraschungen und auch Provokationen beinhalten kann. Fotografie wird oft als &#8220;ein St\u00fcck Wirklichkeit, wie aus der Zeit geschnitten&#8221; betrachtet, und diesem Aspekt widmet sich ebenfalls eine Anzahl der hier vertretenen K\u00fcnstlerInnen. Die Interpretationen dieser vermeintlichen und verwandelten Wirklichkeiten erstrecken sich von abstrakten Bildkonstruktionen \u00fcber Transformationen im Material der Fotografie bis zu Narrativem und zum traumgleichem Surrealismus.<br><br>Eva Asaad betrachtet in ihren &#8220;H\u00e4utungen&#8221; die \u00e4u\u00dfere H\u00fclle, das &#8220;Schutzschild&#8221; des Menschen, und verbindet diesen Blick mit einer Sensibilisierung f\u00fcr die Haut der Dinge, in Bildern, die sowohl Verletzlichkeit als auch Widerstandskraft ausstrahlen. Armin Bardel setzt sich zum Ziel, &#8220;real vorhandenes festzuhalten und zugleich dessen oberfl\u00e4chlichen Schein zu (durch-)brechen.&#8221; Seine Bilder entstehen meist in Serien, jedoch steht jedes Bild f\u00fcr sich, gleicherma\u00dfen als ikonisch-poetische Metapher, und k\u00f6nnte eine ganze Geschichte erz\u00e4hlen. Horst L. Ebner Narrative Elemente findet Horst Ebner in der Landschaft und der Materie, aus der sie besteht. &#8220;Manche offensichtlichen Motive lassen Platz f\u00fcr Geschichten&#8221;, die dem Betrachter offen bleiben. Hier zeigt er Bilder aus seiner Steinzeit-Serie, die nie abgeschlossen sein wird, an der Gail bei Grafendorf fotografiert. Beba Fink recherchiert die Eigenschaften des fotografischen und andern Materials: durchleuchtet, belichtet, neu, pr\u00e4sentiert bzw. projiziert, entstehen aus \u00d6l oder Bl\u00e4schen amorphe Gebilde, als Direktaufnahme oder Fotogramm bearbeitet. Dadurch wird das Bild zum Objekt, und jedes Bild zu einem zeitlichen Unikat. Wolfgang H\u00f6lbling untersucht in dichten schwarz-wei\u00df Fotografien das Verh\u00e4ltnis des Menschen zur Umwelt: &#8220;Einerseits das was ist und nur ohne uns ist, andererseits das gestaltete Umfeld und was es aus\/mit uns macht.&#8221; Durch die Entfremdung wird eine neue, subjektive Ann\u00e4herung an das Motiv m\u00f6glich. Irmgard Hummitzsch arbeitet mit Fotocollagen, in denen kaum mehr wiedererkennbare Elemente zu unerwarteten, abstrakten Konstruktionen zusammengef\u00fcgt werden. &#8220;Oftmals versuche ich eine Irritation im Auge des Betrachters auszul\u00f6sen &#8211; durch gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Reduktion wird der Blick frei f\u00fcr ein Spiel mit Gegens\u00e4tzen&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Gabriela Jost besch\u00e4ftigt sich mit der &#8220;Gleichzeitigkeit von unterschiedlichen, teilweise sich widersprechenden Wahrnehmungen&#8221;, die durch Schichtungen und \u00dcberlagerungen dargestellt werden. Sie<br>verarbeitet g\u00e4ngige Klischees zu politisch-sozialen Aussagen, denen aber auch der Humor nicht abhanden gekommen ist. Urs Kahler arbeitet ausschlie\u00dflich mit der analogen Fotografie &#8211; seine Portrait-Collagen entstehen durch geheimnisvolle chemische Prozesse in der Dunkelkammer, deren M\u00f6glichkeiten, wie er sagt, noch lang nicht ausgesch\u00f6pft sind. In der hier ausgestellten Serie wurde ein einzelner Portrait-Ausschnitt zu sechs Unikaten umgestaltet. Lenart Kirbis arbeitet haupts\u00e4chlich in den Bereichen Modefotografie und urbanes Leben. Seine Bilder sind ironische, empfindliche Ber\u00fchrungen, im Wirbel einer Metropole zwischen Glamour und Subkultur aufgesp\u00fcrt. Gerhard Maurer hat ein Jahr lang immer wieder das verlassene, verfallende Hotel Obir besucht und die R\u00e4ume und ihre Atmosph\u00e4re in sich aufgenommen. In seinen Fotografien wurde das Hotel zu einem stillen Mahnmal f\u00fcr Verg\u00e4nglichkeit, &#8220;ein stiller, manchmal unheimlicher Ort, trostlos und tr\u00f6stend zugleich&#8221;. Der &#8220;Augenblick&#8221; der Fotografie verweist auf viele, vergangene Ausgenblicke. Christine Ottowitz arbeitet analog, mit direkten und physikalischen Techniken der Fotografie. Die vergessen geglaubte und wiederentdeckte Technologie des Polaroid, und Belichtungen auf B\u00fcttenpapier oder Leinen, mit einer lichtempfindlichen Emulsion behandelt, verleihen ihren Arbeiten etwas unmittelbares wie auch geheimnisvolles. Pamina Klimbacher schafft durch \u00dcberlagerungen narrative, allegorische Bilder, die sich einem Traumzustand ann\u00e4hern, um &#8220;Momente darzustellen, die eigentlich nicht fotografierbar sind&#8221;. Ihre poetischen und teils surrealistischen &#8220;Wirklichkeiten&#8221; sind sowohl subjektiv als auch analytisch, von spielerischer Absurdit\u00e4t und gleichzeitig tiefem Ernst gezeichnet. Christine Ragger schafft lyrische Blicke auf Landschaften oder R\u00e4ume, die, allem Anschein zum Trotz, so fein komponiert sind, dass sie fast als abstrakte Konstruktionen gelten k\u00f6nnten. Die fast g\u00e4nzliche Abwesenheit von Farbe entr\u00fcckt die Bilder der ihnen vorausgegangen Wirklichkeit, und erwirkt den Einstieg in eine Welt, in die der Betrachter eigene Assoziationen einflie\u00dfen lassen kann. Klaus Zlattinger s abstrakte Bildkonstruktionen bestehen aus Collage-Elementen, die so weit vom realen Kontext losgel\u00f6st wurden, dass sie zuerst in ihrer formalen Funktion als Struktur, Linie und Form wahrnehmbar sind. Er beschreibt sie als &#8220;neue assoziative Wirklichkeiten, die als \u201eSecret Places\u201c manchmal zu gegenst\u00e4ndlicher Interpretation verleiten&#8221;. Die k\u00fcnstlerische Fotografie wird hierzulande noch immer nicht durchgehend als eigenst\u00e4ndiges Medium der bildenden Kunst aufgefasst. Die Vielfalt der hier gezeigten Positionen, der Tiefgang und die Komplexit\u00e4t der Werke im Einzelnen und in Summe, sollen diesem Tatbestand ma\u00dfgeblich entgegenwirken.<br><br>Sibylle von Halem<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/116905732083908928767\/Venissage5?authuser=0&amp;feat=directlink\">Zu den Bildern<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Positionen zeitgen\u00f6ssischer Fotografie:Diese umfangreiche Ausstellung bietet einen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle Fotokunst in ihren verschiedensten Auspr\u00e4gungen, im K\u00e4rntner Raum und dar\u00fcber hinaus. 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