{"id":9067,"date":"2023-02-13T18:02:18","date_gmt":"2023-02-13T17:02:18","guid":{"rendered":"https:\/\/st-andrae.info\/?page_id=9067"},"modified":"2023-02-13T18:12:01","modified_gmt":"2023-02-13T17:12:01","slug":"die-stadt-als-galerie-vernissage-7","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/st-andrae.info\/sl\/galerie-ii-archiv\/die-stadt-als-galerie-vernissage-7\/","title":{"rendered":"Die Stadt als Galerie &#8211; Vernissage 7"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/7.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"136\" src=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9102\" srcset=\"https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/7.jpg 640w, https:\/\/st-andrae.info\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/7-300x64.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><br>Birgit Bachmann, Gabriele Furian, Doris Libiseller, Karin Rupacher, Larissa Tomassetti<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFORM_LOS\u201c \u2026 ist der Titel dieser Ausstellung, f\u00fcr welche die Lavantaler Malerin Karin Rupacher verantwortlich zeichnet, die sich damit in Eigeninitiative einen lang gehegten Wunsch erf\u00fcllt \u2013 eine Ausstellung ausschlie\u00dflich weiblicher Arbeiten zu versammeln. Dadurch m\u00f6chte sie nicht nur einen \u00dcberblick \u00fcber das Kunstschaffen der Frauen in K\u00e4rnten zeigen, sondern bezeichnenderweise die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen dem Werk dieser f\u00fcnf K\u00fcnstlerinnen ausloten. &#8220;FORM_LOS&#8221; deshalb, wie Rupacher sagt, &#8220;weil jede ihre eigene Form, ihren eigenen Bereich und Stil gefunden hat, es aber in dieser Ausstellung um keinen einzelnen davon geht&#8221;, sondern vielmehr um das zusammen-finden, sich trotz aller Unterschiede zusammen zu tun und das Gemeinsame zu beleuchten. Die eigene &#8220;Form&#8221; zu pr\u00e4sentieren, sie aber in der Gemeinsamkeit wieder in den Hintergrund zu stellen &#8211; an sich schon eine eher weibliche Herangehensweise, k\u00f6nnte man meinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Karin Rupacher hat sich seit vielen Jahren der Farbe ROT verschrieben, rot wie im Inneren des K\u00f6rpers. In ihren Bildern ist es an erster Stelle der weibliche K\u00f6rper, dessen Inneres sie weitaus intensiver besch\u00e4ftigt als das \u00c4u\u00dfere. Der Blick unter die Oberfl\u00e4che, in die fleischliche und auch seelische Beschaffenheit des Menschen ist bei ihr aber nie ein sezierender Blick \u2013 so analytisch einige der Bilder auch sein m\u00f6gen \u2013 sondern der Blick ist vielmehr immer sowohl emotional als auch politisch eingestellt, so wie im gesellschaftlichen Leben der Frauen zwischen emotionalen und politischen Belangen kaum eine Grenze zu ziehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die menschliche Figur steht auch f\u00fcr Doris Libiseller im Mittelpunkt. Sie ist Keramikerin, ihr Material ist die Erde selbst, der urspr\u00fcngliche Lehm, aus dem der Mensch geformt wurde. Diese Urspr\u00fcnglichkeit zeichnet sich in den organischen Formen ab und auch in der Unmittelbarkeit der K\u00f6rper, die in ihren H\u00e4nden entstehen. Die Figuren oder Torsi sind gespannt, gekr\u00fcmmt, aufgerissen, durch Erlebtes ge- und ver-formt; ihre Erdfarben und ihre Erdverbundenheit erinnern daran, dass die Keramik am Anfang der Zivilisationsgeschichte steht, die Verwandlung von Lehm im Feuer eine der ersten magischen Handlungen darstellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bereich unter der Erde, hingegen, ist eines der langj\u00e4hrigen Themen von Birgit Bachmann &#8211; in Zyklen von Zeichnungen mit Titeln wie \u201ekARToffelacker\u201c, \u201eMaulwurf\u201c oder \u201eCocons\u201c widmet sie sich der unsichtbaren, aber in der Vorstellungskraft ersp\u00fcrbaren Welt im Erdreich, dem Entstehen und Vergehen von Lebewesen an diesem Ort. Ihre \u00fcberaus detaillierten und zeitaufw\u00e4ndigen Bleistiftzeichnungen auf Transparentpapier werden manchmal auch als \u201eBausteine\u201c f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Rauminstallationen eingesetzt, wie etwa die \u201eKaaba\u201c im Pankratium in Gm\u00fcnd, oder das Haus als \u201eDritte Haut\u201c am Schaukraftwerk Forstsee. Tiefgr\u00fcndig, in-sich-hinein-horchend, entwickelt sie Allegorien f\u00fcr das menschliche Dasein und Befinden, die sich der Sprache entziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gabriele Furian, auch als Gabi Simonitsch bekannt, arbeitet in dem breitgef\u00e4cherten m Bereich Objekt \u2013 Bild \u2013 Collage: monochrom, haptisch und poetisch suggestiv, dabei auch stets ohne Titel. Ihre T\u00e4tigkeit als Kunsttherapeutin steht im st\u00e4ndigen Dialog mit ihrem eigenen Schaffen: es darum, einen Zugang zu oft schwer definierbaren Befindlichkeiten zu erarbeiten &#8211; \u201eWo Worte fehlen, sprechen Bilder\u201c, sagt sie selbst. Ihr Material findet sie in ihrer unmittelbaren Umwelt, es sind recycelte Stoffe wie Holz, Metalle, Steine, ausgediente Gebrauchsgegenst\u00e4nde, deren Vorgeschichten hier mit der dominanten Farbe Wei\u00df zu neuen Sinnhaftigkeiten zusammen gef\u00fcgt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Larissa Tomassetti&nbsp;arbeitet auf der Schnittstelle von Malerei und Fotografie, zwischen positiv und negativ, zwischen erlebter Wahrnehmung und wahrgenommener Fiktion. Ihre Werke sind Zeichnungen, Holzschnitte, Gem\u00e4lde und Foto-Collagen und -\u00dcberblendungen, wobei Material und Technik eng&nbsp;mit dem Inhaltlichen verkn\u00fcpft sind. In der Serie \u201eVor lauter B\u00e4umen&#8230;\u201c ist Holz das dominante Material, als Bildtr\u00e4ger und als Thema der Arbeit. Das Bild entspringt einer Fotografie, und erinnert an den Blick durch die Kamera \u2013 im Wald ziehen die Baumst\u00e4mme an einem vorbei, man konzentriert sich auf Details und verliert das Gesamtbild, wie im Titel angedeutet. In der verwandten Serie \u201eTree Stills\u201c sind aus Fotografien geschnittene Streifen als Collage auf Holz aufgezogen, eine stroboskopische Verdichtung des urspr\u00fcnglichen Motivs.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00fcnstlerinnen dieser Ausstellung, ob ihr Schwerpunkt nun im figurativen oder im abstrakten liegt, verbindet eine Sicht auf das haptische Erleben der Welt, das Sp\u00fcrbare und Erahnbare, das sich in einem weiten Feld zwischen Stofflichkeit und Transzendenz bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sibylle von Halem, 01. November 2014<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/116905732083908928767\/Vernissage7?authuser=0&amp;feat=directlink\">Zu den Bildern<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Birgit Bachmann, Gabriele Furian, Doris Libiseller, Karin Rupacher, Larissa Tomassetti \u201eFORM_LOS\u201c \u2026 ist der Titel dieser Ausstellung, f\u00fcr welche die Lavantaler Malerin Karin Rupacher verantwortlich zeichnet, die sich damit in Eigeninitiative einen lang gehegten Wunsch erf\u00fcllt \u2013 eine Ausstellung ausschlie\u00dflich weiblicher Arbeiten zu versammeln. 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